»ABER VON MIR WEISS ICH, DASS ICH KEIN PROGRAMM HABE, NUR DIE UNERKLÄRLICHE SEHNSUCHT, DAS ZU FASSEN, WAS ICH SEHE UND FÜHLE, UND DAFÜR DEN REINSTEN AUSDRUCK ZU FINDEN.«

KARL SCHMIDT-ROTTLUFF, 1914

Pressemeldungen

„Nur dem eigenen künstlerischen Anspruch verpflichtet“

Zweiter Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff geht an Dresdner Maler und Zeichner Prof. Max Uhlig – Verleihung am 20. November 2020 in Chemnitz

Chemnitz, der 6. März 2020. Der Dresdner Maler und Zeichner Prof. Max Uhlig erhält 2020 den "Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz", der von der gleichnamigen Stiftung in Chemnitz zum zweiten Mal verliehen wird. Dies entschied eine unabhängige fünfköpfige Jury Anfang dieser Woche. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird an eine bedeutende künstlerische Position der Gegenwart verliehen. Eine Festveranstaltung zur Preisverleihung ist für den 20. November 2020 im Hotel Chemnitzer Hof geplant. Am Tag der Preisverleihung erfolgt auch die Eröffnung einer Ausstellung mit Arbeiten des Preisträgers in der neuen Universitätsbibliothek der TU Chemnitz. "Als Stiftung gratulieren wir der Jury um Volker Zschäckel zu ihrer ausgezeichneten Wahl. Das Werk von Prof. Max Uhlig genießt über die Grenzen Deutschlands hinaus höchste Anerkennung. Diese Auszeichnung würdigt auch den Namensgeber unseres Kunstpreises, den in Chemnitz geborenen Karl Schmidt-Rottluff", erklärte Sonja Oehlschläger, Vorstandsvorsitzende und gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Jürgen Oehlschläger Gründer der Stiftung zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz.

"Einer Stadt, die Kulturhauptstadt Europas werden will, steht ein solch strahlender Preisträger wie Max Uhlig gut zu Gesicht", begründete der Leipziger Galerist Volker Zschäckel als Vorsitzender der Preis-Jury das Votum für Uhlig und ergänzt: "Max Uhlig fühlt sich wie kaum ein Zweiter seinem eigenen künstlerischen Anspruch - und nicht etwa dem Kunstmarkt - verpflichtet. In seinem Werk verbinden sich Malerei und Zeichnung zu einem Oeuvre von höchster Qualität." Die Jury sei zunächst von einer internationalen Vorschlagsliste ausgegangen und habe sich nach intensiver Diskussion auf Max Uhlig als Preisträger geeinigt. Neben Volker Zschäckel gehörten Dr. Annegret Laabs (Direktorin des Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg), Dr. Bettina Ruhrberg (Direktorin des Mönchehaus Museum Goslar), Bernd Heise (Direktor des Leonhardi-Museum Dresden) sowie der Chemnitzer Maler, Grafiker und Bildhauer Michael Morg-ner, erster Preisträger des Kunstpreises zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff, zur Jury.

Über den Preisträger Prof. Max Uhlig

Max Uhlig wurde am 28. Juni 1937 in Dresden geboren. Sein Studium absolvierte er zwischen 1955 und 1960 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei den Professoren Hans Theo Richter und Max Schwimmer. Anschließend war er Meisterschüler von Hans Theo Richter an der Akademie der Künste zu Berlin. Seine ersten Ausstellungen hatte er in den 1960er Jahren unter anderem in Berlin, Warschau und Altenburg. In diese Zeit fallen aber auch mehrere gescheiterte Ausstellungen durch zensorische Eingriffe von Kulturfunktionären der DDR. Zunächst wurde Uhlig ausschließlich als Grafiker bekannt, der unter anderem mit Carlfriedrich Claus, Dieter Goltzsche, Charlotte E. Pauly und Hans Theo Richter zusammen- und vor allem für sie arbeitet: Seinen Lebensunterhalt verdient der Künstler bis in die späten siebziger Jahre als Drucker für seine Kollegen und als Lohndrucker für einen Grafikverleger. 1978 präsentierte er im Kupferstichkabinett Dresden erstmals auch seine charakteristischen Gemälde, Porträts, Alltags- und Landschaftsmotive in expressiven Rhythmus; die Kunstwelt würdigt ihn als "einen der letzten Vertreter der Freilichtmalerei in der modernen Kunst". Und es war auch die "Kunstwelt" die ihm zu Anerkennung im eigenen Land verhalf: 1979 erhielt Uhlig den "Lund-Humphrey-Prize" der Sixth British International Printbiennale in Bradford. Doch bis er in der DDR eine angemessene Anerkennung fand, dauerte es fast noch einmal ein Jahrzehnt: Erst die Verleihung des Käthe-Kollwitz-Preises durch die Akademie der Künste ehrte ihn angemessen. Spät, aber nicht zu spät erfolgte die Berufung zum Professor (1995, Emeritierung 2002) für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden. Mit den Kirchenfenstern für die gotische St.-Johannis-Kirche in Magdeburg legte Uhlig ein hinsichtlich Dimension, Herstellungsprozess und künstlerischer Ausstrahlung herausragendes Alterswerk vor - zwischen 2013 und 2018 gestaltete er insgesamt sechs Langhaus- und sieben Chorfenster von jeweils zwölf Meter Höhe als epochales Kunstwerk von Zerstörung und Neuanfang.

Über die Stiftung zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz

Die Stiftung zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz wurde durch das Unternehmer-Ehepaar Dr. Jürgen und Sonja Oehlschläger initiiert, um den Maler Karl Schmidt-Rottluff in seiner Geburtsstadt Chemnitz zu ehren. Karl Schmidt-Rottluff (1884 - 1976) gehörte zur Künstlergemeinschaft "Brücke", die den Expressionismus in Deutschland maßgeblich prägte. Sein gelebtes Bekenntnis zu einer unabhängigen, freien Kunstform ließ ihn zum künstlerischen Leitbild werden.
Die 2015 gegründete Stiftung fühlt sich dem Wohl der Stadt Chemnitz, ihrer Bewohner und Gäste verpflichtet. Der Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff wird alle zwei Jahre an eine bedeutende künstlerische Position der Gegenwart vergeben, 2018 zum ersten Mal. Er ist mit 20.000 Euro dotiert. Erster Preisträger war der Chemnitzer Maler, Grafiker und Bildhauer Michael Morgner.

Weitere Informationen finden Sie unter www.stiftung-schmidt-rottluff-chemnitz.de

Foto-Service:

Unter dieser Pressemitteilung finden Sie aktuelle Fotos des Preisträgers Max Uhlig.

Die Nutzung ist für die Berichterstattung über die Stiftung und den Schmidt-Rottluff Kunstpreis frei.

Bitte beachten Sie den Urhebernachweis: Alle Fotos Amac Garbe / Stiftung zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz

Pressekontakt:

Klang von Blau - Zauberberg Medien GmbH
Tel: +49 371 27324733
Mail: presse@zauberberg-medien.de

Preisträger Max Uhlig, Foto: Amac Garbe / Stiftung zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz
Preisträger Max Uhlig, Foto: Amac Garbe / Stiftung zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz

Zurück